Knut wünscht einen geruhsamen Feierabend

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und erfreut uns mit einem weiteren

Gedanken_Arschbacke

Knut gründet tolerante und weltoffene WG

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Knut Hansen lebt allein auf 21 Quadratmeter Laminat, 150 Euro warm – Zeit, dass er mit so viel Platz was anfängt. Und er scheint prompt seine passende Mitbewohnerin gefunden zu haben…

WG-Zimmer_Berlin WG Knut Screenshot

Frag doch mal die Affenfrauen – Matthias Schweighöfers Neuer

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“Bitte keine Fotos hier am Set.” Matthias Schweighöfer ist ganz entgegen seines sonstigen Naturells ein wenig kurz angebunden. Nichts vom Strahlemann des deutschen Films ist zu sehen, was auch daran liegen kann, dass er gerade aus der Maske seines für den Herbst geplanten Kinofilms „Frag doch mal die Affenfrauen!“ kommt und im Gesicht genauso behaart ist wie auf dem Kopf. Sein neues Projekt, bei dem er erneut als Hauptdarsteller, Produzent und Regisseur, „aber nicht auch noch als Maskenbildner, gottseidank“, involviert ist, verlangt ihm alles ab.

Wurde ihm zuletzt der Penis abgebissen bzw. die Hoden verunstaltet, was ihn verzweifelt auf die Suche nach seinem eingefrorenen Sperma gehen ließ, so dreht sich seine kommende romantische Komödie um ein Thema, das es so bisher noch nicht im deutschen Kino zu sehen gab: um die Affenfrauen-Kolonie im sachsen-anhaltinischen Langenstein, ganz in der Nähe der bekannten Würstchenstadt Halberstadt. Medial bisher eher vernachlässigt, lediglich der Filmemacher, Fernsehproduzent, Schriftsteller, Drehbuchautor, Grimmepreisträger und Sternbesitzer auf dem Boulevard der Stars in Berlin Alexander Kluge, selbst gebürtiger Halberstädter, hatte einst 1981 ein 27-minütiges Filmfeature über dieses Kuriosum einer fest etablierten Freakshow im Harz gedreht, geht es Schweighöfer nun um etwas völlig anderes.

Es geht mir um etwas völlig anderes bei meinem neuen Film“, macht er gleich von Anfang an deutlich. Nichts gegen Alexander Kluge, aber mein Ansatz hat nichts mit seinem zu tun. Sicher, auch bei mir geht es um die Affenfrauen, aber ein Kinofilm ist ein Kinofilm und ein Kluge-Feature ein Kluge-Feature. Das sind Welten dazwischen.“ Vorsichtig versucht ein Assistent, Schweighöfer einen Strohhalm in den Mund einzuführen, trifft aber wegen des Haarwulstes im Gesicht nur die Nase. Schweighöfer muss aufstoßen und ein Schwall Apfelsaftschorle ergießt sich über sein weißes T-Shirt. Zunächst verärgert, zeigt er sich nur Momente später nachdenklich: „Sehen Sie, Cornelius! Mit genau solchen Problemen schlagen sich auch die Affenfrauen tagtäglich herum. Da kann man schon mal ins Grübeln kommen.

Gemeinsam kommen wir ins Grübeln, aber nach fünf Minuten frage ich dann doch: „Herr Schweighöfer, wie kommt man als junger Star des deutschen Films dazu, einen Film über das Dorf der Affenfrauen zu drehen?“ „Interessante Frage, aber das ist eigentlich ganz einfach, denn mein Urgroßvater väterlicherseits war Anthropologe und hat einst dort eine Großtante adoptiert, die er dann wie eines seiner leiblichen Kinder in Gralvenbroich ob der Tauber in einer großbürgerlichen Villa aufzog. Daher die Idee zum Film. Wir haben uns überlegt, wie es ist, wenn ein moderner junger Mann in der Großstadt Berlin auf einmal feststellt, dass seine Vorfahren Affenfrauen waren? Welchen Einfluss das auf seine Zukunftsplanung haben könnte, wie man das ganze unterhaltsam in der Metropole, aber auch vor Ort in Langenstein umsetzen könnte und wie man da vielleicht auch noch eine kleine Romanze einbauen könnte, die dem Protagonisten vor Augen führt, dass die Affenfrauen da am Fuße des Harz vielleicht doch die besseren Menschen mit der gesünderen Lebenseinstellung zum Leben sind.“

Und dann umreißt er kurz sein Drehbuch, während wir, von der Affenfrauenbevölkerung in Langenstein keines Blickes gewürdigt, durch den Ort streifen und er hin und wieder an einer überdimensional langen Zigarettenspitze seine West-Zigaretten („Auch Rauchen will gelernt sein!“) zieht („Nicht, dass der Kleber Feuer fängt und ich in Flammen stehe.“) Paul mistet den Keller seiner gerade gestorbenen Oma aus und findet darin ein seltsames Fotoalbum, in dem ein über und über behaartes Mädchen immer im Mittelpunkt steht. Voller Fragen sucht er seine Eltern auf und stellt dort überrascht fest, dass es einen Grund dafür gab, dass sein Vater mit der ganzen Familie früher im Sommer immer nach Grönland gereist ist und niemals mit ins Schwimmbad kam: denn Vater fläzt sich „nackt“ und bepelzt vor auf einer Sonnenliege an seinem Swimmingpool.

Entsetzt wegen des fehlenden Vertrauens in ihn und seine mittlerweile bei einem Lawinenunglück gestorbenen Brüder stellt er ihn zur Rede. Es kommt zum Streit, Pauls Vater wirft ihm völliges Unverständnis vor und Paul beschließt, seinem Vater zu zeigen, dass ihm sein altes Leben als arbeitsloser Consultant in der Werbebranche rein gar nichts bedeutet und er sehr wohl verstehe, was ein Leben als Affenmensch bedeute. Ein befreundeter Maskenbildner (Milan Peschel) beklebt ihn also über und über mit in einem Hundesalon geklauten Haar und in seinem Cabrio macht er sich auf in den Harz.

Hier wird er von den Touristen gut behandelt und gern fotografiert, aber die Affenfrau Caro (Nicolette Krebitz) lässt ihn bei jeder Gelegenheit auflaufen, versteht seine Witze nicht („Sag mal, was magst Du lieber: Bananen oder Kokosnuss?“) und findet es ziemlich daneben, dass Paul ein öffentliches Karaoke wie im Mauerpark in Berlin einführt, bei dem nur Songs vorgetragen werden dürfen, die etwas mit Tieren zu tun haben („Who let the dogs out?“ „After the fox“ von Peter Sellers, Gerald Lindingers Version von „Ein Hund kam in die Küche“ oder das Theme von Shaun das Schaaf zum Beispiel), was sogar internationale Medien auf Langenstein aufmerksam macht und Paul zu einem Youtube-Hit werden lässt.

Paul fliegt um die Welt, tritt in Talkshows auf, merkt aber bald, dass ihm die Aufmerksamkeit nicht persönlich weiterbringt, dass nicht die Person Paul Schnitzig zählt, sondern nur sein Image als Affen-Mensch-Freak gehypt wird. Wieder einmal flüchtet er, dieses Mal nach Berlin, lässt seine Verkleidung abrasieren und betäubt sich mit Alkohol, als sein Vater vor der Tür steht, ihn auf den Beifahrersitz verfrachtet und man gemeinsam ins Dorf der Affenfrauen fährt.

ACHTUNG SPOILER: In Langenstein gesteht er Affenfrau Caro seine Liebe und dass er die ganze Zeit ein ziemlicher Arsch war, diese freut sich über das eine und verzeiht ihm das andere und im Abspann sehen wir Polaroids aus ihrem weiteren Leben, ein Affenmenschen- und ein Menschenbaby, ein gemeinsames Familienaffenhaus und so weiter und so fort. Schweighöfer hat sich ein wenig heiser geredet, sein Assistent kommt mit einem weiteren Napf voll Apfelsaftschorle, visiert dieses Mal genauer als zuvor und alles funktioniert unfallfrei. Wir verabschieden uns – ich zurück nach Berlin, er zum nächsten Set – und höchst melancholisch mit treu-schelmischem Schweighöferblick deklamiert er zum Abschied die Worte: „Wie ich das alles vermissen werde hier …“


Von Eich kontert Mehmet Scholl

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Klopps Gesicht hat mehr gekostet als das von Glööckler’ (Mehmet Scholl) -
‘Aber weniger als mein halber Kiefer.’ (Alexander von Eich)

vonEich_Scholl

Die neue Sachlichkeit des Harald G.

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Wenn der Mode-, Fernseh- und Lebensweisheitenstar Harald Glööckler ruft, dann sind sie natürlich alle da, die da Rang und Namen haben: Giulia Siegel, Gabi Decker, Barbara Schöne, Lieschen Müller (die Witwe von Heiner Müller) und … natürlich auch ich, Florian Cornelius. Die persönliche Einladung mit handschriftlichem Gruß erreichte mich eher überraschend, denn privat hatten Herr Glööckler und ich bisher nichts miteinander zu tun, aber dann hatte ich meiner Mutter eine lilafarbene und mit Brillanten in Badeentchenform bestickte Legging bei Homeshopping Europe bestellt und nur wenige Tage später lag besagter Büttenpapierumschlag nebst Invitation in meinem Briefkasten.

Der Anlass sei, so schrieb Glööckler, die Eröffnung seiner neuen Boutique an der Friedrichstraße, die so etwas wie ein Neustart für ihn sei, der Schritt in die Zukunft, ein Fenster, das sich für ihn öffne und mit dem er nun zeigen könne, dass man ihn bisher in der Öffentlichkeit völlig falsch eingeschätzt habe. Und auch wenn ich das kaum glauben wollte, so belehrte mich der kurz darauf folgende Abend doch eines besseren.

Für einen Starreporter ist es eigentlich Usus, sich am roten Teppich mit einer edlen Limousine vorfahren zu lassen, aber dennoch bevorzuge ich es, zugleich souverän und gleichzeitig nonkonfomistisch, zu Events in der deutschen Hauptstadt mit der U- oder der S-Bahn anzu“reisen“. Den roten Teppich nehme ich natürlich gerne mit. Dabei treffe ich auf Constanze Rick, die berühmte, eigentlich taubstumme, Moderatorin des Vox-Magazins „Prominent“, die es dank jahrelangen Trainings aber geschafft hat, bauchrednerisch ihre Magazinbeiträge einzusprechen und es beim Thema Geld sogar schafft, wirklich zu reden und dann immer wieder die beiden Fragen wiederholt, was das denn gekostet habe und wie viel man überhaupt verdiene.
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